Ehrenamtliche Paten gesucht

Britta Jäger und Imme Hofmann

Für einen guten Start ins „Großwerden“: SkF Hochsauerland sucht ehrenamtliche Paten für junge Menschen ab 18 Jahren

Arnsberg/HSK. Im Haus Marienfrieden in Hüsten gibt es zwei Wohngruppen, ausgegliedert sind zudem vier weitere Heimwohngruppen, in denen Jugendliche knapp unter 18 Jahren leben und auf ihren Gang in die Welt der Erwachsenen warten. Für sie sucht der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) jetzt ehrenamtliche Paten, die diesen Weg mit ihren Erfahrungen und der nötigen Geduld begleiten möchten. Das Patenprojekt von Imme Hofmann und Britta Jäger vom SkF hat im April gerade erst Fahrt aufgenommen und in der nächsten Zeit noch viel zu tun.

„Wir erwarten in den nächsten Monaten eine große Zahl von Jugendlichen, die 18 Jahre alt werden und aus dem Kreis der Heimfürsorge fallen“, erklärt Britta Jäger, Diplom-Sozialpädagogin. Neben den in Deutschland geborenen Jugendlichen sind es allein im Bereich der so genannten Unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlinge (UMF) einige, die seit 2015 mit den ersten Flüchtlingen nach Deutschland gekommen sind. Der SkF erwartet aus dieser Gruppe in den nächsten zwei Jahren rund 40 Jugendliche, die volljährig werden. Sie stellen für den SkF eine ganz besondere Herausforderung dar: Ein anderer kultureller Hintergrund, mitunter auch Sprachprobleme und auf jeden Fall die große Herausforderung, sich fernab von der Heimat in einer immer noch neuen Welt zurecht zu finden. Auf Dauer rechnet der SkF mit jährlich zehn Jugendlichen, für die es eine ehrenamtliche Patenschaft geben sollte.

Warum eigentlich? „Mit dem Eintritt in die Volljährigkeit enden die meisten Möglichkeiten der Jugendhilfe“, schildert Imme Hofmann, ebenfalls Diplom-Sozialpädagogin  des SkF. Das heißt, die gestern noch Jugendlichen und heute plötzlich jungen Erwachsenen verlassen die geschützte Umgebung im Haus Marienfrieden oder den ausgelagerten Wohngruppen und stehen plötzlich auf eigenen Füßen. Wenn überhaupt werde den jungen Menschen nur noch eine ambulante Hilfe in Form von Alltagsbegleitern bewilligt. Das reiche aber nicht aus, in einer für viele noch neuen Gesellschaft ausreichend Fuß zu fassen, erklären die Projekt-Gründerinnen überzeugend. Das Projekt versteht sich als Ergänzung zur Jugendhilfe und nicht als ein Ersatz für Jugendhilfe.

Eine Stütze für die ersten Tage, Wochen und Monate in einem eigenständigen Leben sind Wohngemeinschaften, in denen die jungen Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern zusammen leben. Viele Fragen aus dem täglichen Leben bleiben aber dennoch unbeantwortet: Wohnung, Miete, Job, Bank oder die Aus- und Weiterbildung – gesucht werden jetzt erfahrene Menschen, die ihren Erfahrungsschatz aus einem Lebensabschnitt weitergeben können und möchten.

Die bewilligten Projektgelder des Erzbistums Paderborn reichen dafür nicht aus. Britta Jäger und Imme Hofmann können aus dem Topf zusammen nur acht Wochenstunden leisten, weit mehr ist vonnöten. „Wir setzen deshalb jetzt große Hoffnung in unser neues Patenprojekt“, sagt Britta Jäger. Hoffnung auf ehrenamtliche Paten, die mitten im Berufsleben oder in der Lebensphase danach Zeit für andere Menschen aufbringen möchten. Die Paten der jungen Erwachsenen werden natürlich vom SkF nicht im Regen stehen gelassen. Nach einem Gespräch zur Feststellung der Eignung gibt es noch ein spezielles Ausbildungsprogramm.

Interessierte Paten? Sie haben im Idealfall schon eigene Erfahrungen in der Jugendarbeit und Erfahrung in der Arbeit mit Flüchtlingen (beides ist gewünscht): Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Kulturen versteht sich von selbst und Zeit sollten interessierte Paten auch mitbringen. Für die Dauer von einem bis zwei Jahren sollte der Kontakt zum „Patenkind“ ab 18 Jahren schon bestehen und 14tägig und manchmal auch wöchentlich ein bis zwei Kontakte möglich sein. Die Kosten für das dann noch nötige polizeiliche Führungszeugnis werden vom SkF übernommen.

Mit potentiellen Paten wird zunächst ein Gespräch geführt. Wenn dann beide Seiten vom Aufbau der Patenschaft überzeugt sind, kann mit mehreren geeigneten Paten die „Ausbildung“ für die Begleitungsarbeit beginnen. Vorgesehen sind fünf Schulungsabende mit jeweils 1,5 Zeitstunden. In denen informieren Fachleute über das passende Verhältnis zu den Jugendlichen/jungen Erwachsenen und gehen speziell auf die Unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlinge ein.
Während der Patenschaft zu den Jugendlichen aus den Wohngruppen im Haus Marienfrieden sowie den Unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlingen reißt der Kontakt zum SkF natürlich nicht ab: Monatlich sind Patentreffen zum Austausch von Erfahrungen vorgesehen, Expertenabende mit Vorträgen, die gemeinsam mit dem Patenkind besucht werden, kommen dazu.

Noch gibt es keine verfügbaren Paten, aber das soll sich schnell ändern. Britta Jäger und Imme Hofmann haben einen Flyer erstellt, der in diesen Tagen über kirchliche Einrichtungen und vor allem die Pastoralverbünde gestreut wird.

Interessenten an der abwechslungsreichen Begleitung können sich bei Imme Hofmann melden, Tel. 0160/94503018. Interesse kann auch per Mail an i.hofmann@skf-hochsauerland.de oder b.jaeger@skf-hochsauerland.de bekundet werden.

Die ersten Gesprächsabende mit interessierten Paten sollen am 6. Juni beginnen.